Patriziusfest

Ein traditioneller Höhepunkt im Kirchenjahr ist das Patriziusfest in Reichenbach. Alljährlich, am Sonntag um den 17. März, wird dieser Gedenktag des Bischofs Patrizius (Patrick), der von den Landwirten als besonderer Schutzpatron verehrt wird, mit großer Anteilnahme von nah und fern begangen. Mindestens seit dem 17. Jahrhundert ist aus den Pfarrchroniken überliefert, dass in Reichenbach der Tag des Heiligen Patrizius auf besondere Weise begangen wird.

Und so gehören auch heute der Festgottesdienst mit dem Liederkranz Reichenbach, das Beten der Litanei zum Heiligen Patrizius und die Bitte um seine Fürsprache und um Gottes Segen dazu. Ebenso gehört an diesem Tag eine traditionelle christliche Fastenspeise dazu – die Patriziusbrezeln, die gesegnet und erworben werden können. Und schließlich lädt die Kirchengemeinde alle Mitfeiernden ein zum gemeinsamen Mittagessen und Kaffee und Kuchen in die Rehgebirgshalle.

Aus dem Leben des Heiligen Patrizius

Patrizius lebte und wirkte vor allem in Irland. Er wurde in Schottland um 385 geboren. Sein Vater war städtischer Senator, also hoher Beamter aus einer alten römischen Familie. Seine Mutter soll eine Nichte des heiligen Martinus (unseres Diözesanpatrons) gewesen sein. Patrizius wurde im Alter von 16 Jahren von irischen Seeleuten gefangen genommen und als Sklave nach dem nordöstlichen Irland gebracht. Dort, als Schafshirte unter den heidnischen Menschen Irlands, entstand in ihm das Verlangen, seine Mitmenschen zum christlichen Glauben zu bekehren. Nach seiner Flucht aus irischer Gefangenschaft begann er seine Ausbildung im Kloster des Heiligen Martinus von Tours. Seine erste Tätigkeit war in Gallien beim Heiligen Germanus in Aurere. Hier erhielt er auch im Jahre 492 die Priesterweihe. Bald danach empfing Patrizius in Rom die Bischofsweihe und den Auftrag für die missionarische Tätigkeit in Irland. Dort übte er einen starken und tiefen Eindruck auf das heidnische Volk aus und verstand es, sie durch seine Beredsamkeit und vor allem durch sein Tun zu überzeugen – sie nahmen den christlichen Glauben an. 461 starb Patrizius in Nordirland. (Text aus der Reichenbacher Chronik)

 

Reichenbacher Besen

Erntedankgottesdienst

Traditionell gestalten und schmücken die Reichenbacher Landfrauen den Altarraum unserer St. Petruskirche beim Erntedankgottesdienst mit Gaben aus der Landwirtschaft. Wir sagen Gott Dank für seine Schöpung, für unsere Natur und für all das, was uns Menschen in der Erntezeit und über das Jahr hinweg geschenkt wird.

Erntebittgottesdienst (ökumenisch)

Seit über 200 Jahren wird in der evangelischen Landeskirche der Erntebittgottesdienst gefeiert. Seit einigen Jahren feiern wir diesen Gottesdienst in unserer Seelsorgeeinheit ökumenisch – er ist ein fester Bestandteil unserer Kirchengemeinde St. Petrus. Alle evangelischen und katholischen Christen sind dazu ganz herzlich eingeladen, um Gott für eine gute Ernte zu bitten. Der Erntebittgottesdienst findet in der Regel im Mai/Juni statt und wird zudem von den Landfrauen Reichenbach vorbereitet und mitgestaltet.

Filmabend im Gemeindehaus